25.09.2009 - Mit Pinsel und Farbe sprechen

Seminar für malen für desorientierte Menschen im Boniheim, Unna

Mit ihren Händen streicht sie über die raue Leinwand, taucht die Fingerkuppen immer wieder in den orangenen Farbtopf......

"Mit ihren Händen streicht sie über die raue Leinwand, tauch die Fingerkuppen immer wieder in den orangenen Farbtopf. Erst sind e nur schüchterne Striche, später konkrete Formen. Ohne es zu merken werden die konzeptlosen Farbspielereien zu einem Kunstwerk.
Genau das ist es, was die Leiterin des Instituts ae łangewandte empathie" Ulla Johr Mennigmann, erreichen wollte: Die Teilnehmer ihres Seminars sollen lernen, sich treiben zu lassen, ohne Ansprüche an sich zu stellen, sich einzulassen af das Neues, ohne gleich den Satz zu sagen: Ich kann nicht.

Aus ganz Deutschland waren die sieben Seminar-Teilnehmer in das Seniorenheim St. Bonifatius, Unna angereist. Sie haben alle in ihrem Arbeitsalltag mit Menschen mit Demenzerkrankung zu tun, sie alle sind in Pflegeberufen tätig. Empathie, die Fähigkeit sich in andere Menschen einzufinden, ist eine Grundvoraussetzung für die Arbeit mit demenzerkrankten Menschen. Nicht immer fällt es leicht, die Erkrankten aus ihrem Alltag zu locken und sie für neue Projekte zu begeistern. zu groß manchmal ihre Angst zu scheitern, zu klein das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. "Wir beschäftigen uns nicht mit dem Krankheitsbild, sonder lassen den Menschen wie er ist." Drei Grundkompetenzen sind erforderlich: Wertschätzung, Achtung und Akzeptanz. "Die Gefahr liegt darin, dass man den Erkrankten unsere Sicht der Welt erklären möchte. Vielmehr sollen die Pflegekräfte lernen, die Desorientierten zu bestärken, sowie zu motivieren, und sie durch das Spiel mit Pinsel und Farbe sprechen zu lassen.
Kursteilnehmerin Melanie Dittmar nimmt aus dem Seminar Zukunftspläne mit nach Hause. "Ich will wieder Farbe ins Seniorenheim bringen und spiele mit dem Gedanken, eine Kreativ-Werkstatt zu gründen."

Auszug - Artikel: WestfälischeRundschau, Unna 7. 9. 2009




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